Mädchen-Power auf der Bahn

„Eure Mädels sind echt der Kracher“, sagte Rennmoderator Henning Tonn im Anschluss an den vierten Bahnrenntag um den EAM-Cup. Und dieses Fazit kam nicht von ungefähr: Soeben hatten in allen Lizenzklassen weibliche Akteure den Sieg errungen und die männliche Konkurrenz auf die Plätze verwiesen.

In der U11 fuhr Lioba Kelzewski mit einigen Jahren, aber auch etlichen Metern Vorsprung den souveränsten Sieg des Tages ein. Sie triumphierte bei allen vier Disziplinen des Omniums. „Am besten fand ich das Rennen mit unbekannter Rundenzahl“, resümierte sie. „Ich bin einfach losgefahren, ohne auf die Runden zu achten, war schnell und es hat Spaß gemacht“, sagte sie. Nur das Wetter hätte ihr zufolge „ein wenig besser“ sein können. Doch auch zwischenzeitliche Regenschauer verhinderten nicht, dass etliche Schaulustige ins Stadion am Sandweg strömten. „Die Zuschauer haben viel geklatscht und bejubelt – das war schön“, sagte sie.

Mit Franzi Arendt siegte auch in der U13 ein Mädchen.  Hinter ihr schafften Linus Fahrendorff und Bennet Drewes den Sprung auf das Treppchen. Neben den rennradfahrenden Kindern auf der Radbahn gab es hüpfende Kinder in der Hüpfburg, schlemmende Zuschauer auf der Tribüne – und rasante Jugend- und Juniorenfahrer: Viermal wurden als Showeinlage 4000 Meter gefahren, die Aktiven waren Fahrer der U17 und U19. „In diese Richtung kann es gehen, wenn es weitergeht“ – dürfte sich hoffentlich so manch einer der Omniums-Teilnehmer gedacht haben…

Die U15 (Foto ganz oben) bot bis zum Schluss ein Duell zwischen der Tusporanerin Hannah Buch und Ole Geisbrecht aus Langenhagen, das letztlich die Dame für sich entscheiden konnte. Wobei dem abschließenden Punktefahren ein anderer Akteur seinen Stempel aufdrückte: Silas Kuschla von Blau-Gelb Langenhagen spulte als Solist Runde um Runde ab und holte einen Punkt nach dem nächsten. Sein Ziel erreicht hat in der U15 indes auch der Tuspo-Fahrer Maxi Lange: Er habe sich bei dem Abschlussrennen vorgenommen, weiter vorn zu landen als bei den vorherigen Wettbewerben. „Das Ziel hat motiviert. Ich war zweimal abgehängt, konnte aber wieder ins Feld zurück“, verdeutlichte er. Die Bahn habe er sich aufgrund der Dauerfeuchtigkeit „rutschiger vorgestellt, als sie dann wirklich war“.

Den Auftakt des Schülerbahnrenntages um den EAM-Cup hatte auch 2017 ein Einzelzeitfahren über eine Runde gebildet. Es folgten ein Ausscheidungsrennen, jenes mit unbekannter Anzahl an Runden und zum Abschluss eben das Punktefahren. Neben diesen Lizenz-Omnien seien das Badeparadies-Eiswiese-Omnium mit Levy Neu als Sieger sowie das Bambini-Rennen (Sieger = alle!) nicht vergessen. In diesen beiden Wettbewerben starteten Fahrer zum Teil ohne Klickpedale, aber dennoch mit ganz viel Fahrspaß.

Eingedenk der weiblichen Dominanz zeigte sich Rennmoderator Henning Tonn in den frühen Abendstungen übrigens in seiner gewohnt witzelnden Art: „Die Frauenpower war beeindruckend. Ich möchte nicht in Göttingen wohnen…“

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